Der sonderpädagogische Förderbedarf Sehen und visuelle Wahrnehmung generiert zusätzlich zum Regelcurriculum curriculare Eckpunkte, die im Spezifischen Curriculum abgebildet werden (VBS, 2011/2016, 173-174).
Diese sind u.a. Förderung des Sehen, Orientierung und Mobilität, Lebenspraktische Fertigkeiten, Technische Hilfen, Soziale Kompetenz (176-177).
Zur Erfüllung des Auftrages des Spezifischen Curriculums führt der Mobile Dienst Sehen und visuelle Wahrnehmung seit dem Schuljahr 2019/2020 einmal im Halbjahr Schüler:innenkurse für inklusiv beschulte Schüler:innen mit Sehschädigung im Land Bremen durch.
Rechtliche Grundlage hierfür ist die Erste Verordnung für unterstützende Pädagogik vom 22. Mai 2013, § 19 (2): „Das Förderzentrum für Sehen und visuelle Wahrnehmung verfügt über einen mobilen Dienst. Der mobile Dienst hat die Aufgabe (...) Kurse für sehgeschädigte Schülerinnen und Schüler zu organisieren“. Mittels dieser Schüler:innenkursen, in denen neben den fachspezifischen Aspekten auch reines Peer-Erleben im Mittelpunkt steht, soll eine Stärkung des Selbstbildes der Schüler:innen mit Sehschädigung stattfinden. In Absprache mit der senatorischen Behörde erfolgt für die Kurstage eine Freistellung der Schüler:innen.
Die Auftaktveranstaltung der Schüler:innenkurs fand im Oktober 2019 gemeinsam mit dem Mobilen Dienst Körperliche und motorische Entwicklung der Paul-Goldschmidt-Schule sowie dem Mobilen Dienst Hören und Kommunikation der Schule an der Marcusallee statt. Die inklusiv beschulten Schüler:innen primär der Jahrgangsstufen 8 bis 10/E-Phase haben einen Vormittag gemeinsam zum Themenbereich Berufsorientierung gearbeitet, sind in der Sporthalle der Schule an der Marcusallee geklettert und haben mit Begeisterung Rollstuhlbasketball gespielt. Außerdem haben sie die Gelegenheit genutzt, sich u.a. hinsichtlich ihrer schulischen Situation auszutauschen.
Wie verhalte ich mich, damit ich in der Öffentlichkeit in Sicherheit bin?
Gibt es Wege, einem Konflikt mit einer aggressiven Person zu entgehen?
Und was mache ich, wenn es trotzdem zu einem solchen Konflikt kommt?
Diesen und vielen ähnlichen Fragen wurde im Rahmen des zweiten Schüler:innenkurses des Mobilen Dienstes Sehen und visuelle Wahrnehmung an der Georg-Droste-Schule am Freitag, den 16. September 2022 nachgegangen. Eingeladen waren hierzu alle Schüler:innen, die durch den Mobilen Dienst ab der 8. Klassenstufe in der Inklusion beraten und unterstützt werden.
Es war ein sehr besonderer Tag für alle Beteiligten. Schließlich konnten ähnliche Veranstaltungen aufgrund von Corona lange Zeit nicht stattfinden.
Dieses Mal drehte sich alles um das Thema Selbstschutz mit Handicap. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde und dem Abklären der Erwartungen für den Kurstag übernahm Krav Maga Trainer Jens und unterwies die Schüler:innen in grundlegenden Techniken des Selbstschutzes und der Selbstverteidigung mit Hilfe von Techniken des Krav Maga.
Die fünf teilnehmenden Schüler:innen wurden ordentlich gefordert, konnten sich in verschiedenen Rollenspielen und Übungen aus verschiedenen Situationen befreien und sich gegen Angreifer:innen behaupten. Natürlich lernten sich dabei alle etwas näher kennen und es wurde bei allem ernsten Hintergrund auch viel gemeinsam gelacht.
In der Abschlussrunde wurde schließlich deutlich, dass alle Beteiligten einen tollen Vormittag hatten und jeder etwas aus dem Gelernten mit nach Hause nehmen kann!
Es herrschte Einigkeit darüber, dass der nächste Schüler:innenkurs dieses mal nicht ganz so lange auf sich warten lassen solle….